Jahresrückblick - Juni bis Dezember 2016

Juni - Die Realisation und Verdrängung

 

Ich hatte nun also halbwegs meinen Plan, Studium, yeah! Ich ging zu meiner Beraterin im Arbeitsamt, wir guckten gemeinsam. Und dann kam es, sie meinte ich sei aber zu spät dafür, viele Schulen oder Unis wollen ein Vorpraktikum, für meine Mappe bräuchte ich auch mehr Zeit und Mappenberatungen gab es auch nicht mehr so wirklich. Ich dachte noch in dem Moment, ja ach sie kennt sich nicht so wirklich aus, ich gucke selber wenn ich zu Hause bin. Was soll ich sagen, natürlich hatte sie recht. Es gab noch welche, die ihre Deadline im späten Juli hatten, aber das waren private Schulen für über 600€ im Monat und wer hat denn so viel Geld zur Verfügung, ich möchte auch noch leben?! Generell gilt in Berlin, alles nur private Schulen und alles teuer, bis auf vielleicht ein oder zwei Ausnahmen. Klingt super, nicht wahr? Und was tat ich? Natürlich, das was Schüler schon ihr Leben lang gelernt haben, es aufschieben. Ich wollte das jetzt noch niemandem sagen, weil ich wusste es würde Stress geben. So schiebte ich diesen schlimmen Gedanken ganz hinten in meinen Kopf und tackerte die Türen zu.
Ich fing auch wieder an zu arbeiten, als Kellnerin, das war ebenfalls eine gute Ablenkung. Außerdem kam das Fernweh Gefühl extrem stark dazu, also entschieden wir uns, da das Geld fehlte, für große Ausflüge, für Dänemark. Zu 4. fuhren wir also dorthin und es war echt schön. Wir sahen viel, wir waren wieder am Meer, wir hatten eine tolle Ferienwohnung und hatten ein paar grandiose Ausflüge. Eine sehr gute Woche zum Ablenken und Verdrängen. Manchmal überkam mich die Verzweiflung, was ich nur tun soll mit meiner Zukunft. Ich sprach öfter mit Freunden darüber, aber sie wussten auch nicht weiter, wie auch? Trotzdem gut, dass ich wen zum Reden hatte.
Der Abiball meiner besten Freundin stand auch noch an! Ein ganzer Monat voller Ablenkung! Dort wurde ich als Fotografin gebucht und fand es wunderschön. Ich wünschte ich könnte noch einmal nächstes Jahr einen Abiball fotografieren. Es war auf jeden Fall sehr emotional. Außerdem war es Sommer und das wollte ja auch ausgenutzt werden. Heißt, auch viel Zeit mit Freunden verbracht. Noch waren die Meisten da.

 

 

Juli - Arbeiten, arbeiten, arbeiten

 

Juli war mein Arbeitsmonat, denn eine Kollegin war krank und ich musste einspringen. Außerdem fotografierte ich gleich am 01. Juli eine Hochzeit, die Bilder mussten auch bearbeitet werden. Ich hab mich wahnsinnig darüber gefreut und mich sehr geehrt gefühlt! Ich wünschte ich würde öfter Hochzeiten fotografieren, das ist immer so etwas ganz besonderes. Meine ganzen Tage bestanden also aus, Aufstehen, Bilder bearbeiten, Arbeiten, Bilder bearbeiten und Schlafen. Wie ich das ausgehalten habe ist mir ein Rätsel, gesund war das nicht. Aber es blieb keine Zeit zum Nachdenken. Zwischendurch hatte ich noch Jahrestag mit Pascal, den wir auch nicht wirklich feiern konnten, dank der Arbeit natürlich. Zwischendurch gab es noch Geburtstage. Meine Kollegen wurden mittlerweile auch Freunde, denn man hat sich ja eh fast jeden Tag gesehen. Achja und genau am letzten Tag im Monat gab es noch das Holifestival in Berlin. In meiner Erinnerung ist dieser Monat nur so an mir vorbeigerast.

 

 

August - Und es ging bergab

 

Ich kann es nicht mehr ganz zuordnen aber Ende Juli ungefähr kamen dann die ersten Fragen, hast du dich beworben? Was ist mit der Uni? Ich hatte mich natürlich nicht an 600€ teuren Schulen beworben, das hätte ich doch eh nicht geschafft und für die anderen war ich, wie bereits erwähnt, zu spät. Und dann ging es los. Die Realisation meiner Eltern und daraufhin sehr, sehr viel Stress. Ich wusste ich hab verkackt, das mussten mir sie nicht noch so oft vorwerfen. Ihrer Meinung nach sollte ich doch einfach irgendetwas studieren, oder ich solle auf einmal ein FSJ anfangen und was noch alles für Schnapsideen. Verständnis? Keins vorhanden. Ich hab mich verschlossen, meiner Meinung nach hatte das eh keinen Sinn, für sie glich das einem Weltuntergang. Oh ja und die typischen Sätze wie "Ich in deinem Alter...!!" kamen natürlich auch. Irgendwann war mir das alles zu viel, ich gab nur dumme Antworten. Außer auf die Frage was ich jetzt machen möchte, das wusste ich nicht, glaubten sie mir aber nicht. Jeden Tag Streit, jeden Tag Stress, ich wollte gar nicht mehr nach Hause. Teilweise bin ich frühs arbeiten gegangen, war dann bei Kollegen oder Freunden bis mitten in der Nacht, kam wieder, schlief und ging arbeiten. Das ging fast den ganzen Monat so. Was soll ich sagen, geklärt ist das bis heute nicht wirklich.
Es war noch so viel mehr, was ich aber auch nicht alles erzählen möchte. Freunde hatten auch noch ziemliche Probleme, die einen auch extrem mitnahmen, mehr als man denkt. Ich hatte das Gefühl ich konnte gar nicht mehr glücklich werden so wirklich. Ein Glück gibt es aber Freunde und Pascal. Ohne sie hätte ich es nicht geschafft trotzdem noch zu Lachen und Spaß zu haben und mich abzulenken, auch wenn manche nicht einmal wussten was los ist, egal Hauptsache sie waren da. Zu dem Zeitpunkt habe ich angefangen sehr exzessiv twenty one pilots zu hören, (Ich hörte sie davor schon lange, aber erst ab da an verstand ich das meiste) man glaubt es nicht, aber das half auch sehr. Wer sich mit der Band und mit den Lyrics mehr auseinander setzt, versteht es. Sie halfen mir so sehr, dass ich mir sogar ein Zitat aus dem Song "Car Radio" tättowieren habe lassen, noch im selben Monat. "Peace will win & Fear will lose" Nach allem was passiert ist das Jahr, hatte ich sofort das Gefühl, das passt. Ich glaube die meisten verstehen es nicht, aber ich habe mich verstanden gefühlt und aufgehoben, vor allem bei den anderen Fans.
Ansonsten geschah nichts spannendes, das reichte aber auch.

 

 

September - Einfach weitermachen

 

Zumindest die Streits hörten auf zu Hause, trotzdem gab es noch eine angespannte Stimmung. Als könnte jederzeit wieder alles zusammenbrechen. Nicht das angenehmste. Ich lenkte mich wie immer ab. Die Hochsaison im Restaurant war vorbei, also musste ich nicht mehr sehr viel arbeiten. So konzentrierten wir uns also auf meine Fotografie, ich hatte ja jetzt Zeit dafür. Der beste Freund einer Arbeitskollegin, mochte mich von Anfang an und kannte sich mit Homepage und so einem Kram alles aus. Er nahm es sich vor und baute mir eine Website. Ich versuchte so gut es ging zu helfen, also nicht sehr viel. Aber Anfang September hatten wir es geschafft! Meine erste eigene Website ging online! Ich fühlte mich so professionell! Meine Facebookseite belebte ich auch wieder. Langsam ging alles voran. Ich fotografierte noch Freunde um neue Bilder auf meiner Seite zu haben.
Ich war außerdem auf dem Lollapalooza Festival, was extrem gut tat! Und was wahrscheinlich hier mein beliebtester Blogeintrag wurde haha.

 

Tja und im September habe ich auch zufälligerweise Geburtstag. Ich feierte mit einer Freundin, die am gleichen Tag hat wie ich, in unseren Geburtstag rein. Sagen wir es so, es war okay, es gab dort auch wieder Komplikationen. Ich fand den 25. September, also meinen Originaltag schöner. Pascal schenkte mir, verbunden mit unserem Jahrestag, Tickets für das Aladdin Musical in Hamburg. Ich lieeeeebe Disney und war von Tarzan schon begeistert. Das war so ein schöner Tag, er fuhr uns hin und das Musical war so schön, ich hätte weinen können, weil endlich wieder etwas so schönes passierte. Ich hab schon Glück mit ihm.
 
 

 

 
Oktober - Glück im Unglück

 

Normalerweise wäre jetzt der Start fürs Studium gewesen, mittlerweile hatten sie wohl akzeptiert, dass es nichts wird. Bei einem aber schon, bei Pascal nämlich. Denn auch er musste ja studieren und bei ihm lief es besser. Er wollte Kommunikationswissenschaften studieren und hatte mehrere Möglichkeiten, es sah aber so aus als würde er nach Dresden gehen, es war schon fast alles so weit. Ich fand es natürlich nicht so gut, eine Fernbeziehung? Ich brauchte ihn doch aber! Ich war schon extrem verzweifelt. Und zwei Tage vor Beginn, bekam er einen Anruf, er ist im Nachrückverfahren in Berlin angenommen. Oh mein Gott! Ich war so dankbar, Berlin ist kein Ding, das ist eine Stunde mit dem Zug und fast alle Freunde sind aktuell in Berlin! Es bedeutete zwar viel Stress für ihn, da er in Dresden alles kündigen musste, aber das war es wert.
Meine Website war gut, aber das reichte nicht, wir meldeten ein Gewerbe an, so richtig. Sodass ich dann offiziell nebengewerblich Fotografin bin! Nur Aufträge blieben aus, natürlich. Das war schon wieder deprimierend für mich. Der Monat war nicht gut fotografisch. Außerdem hatte ich keine Arbeit im Restaurant, Pascal war auch weg und meine anderen Freunde hatten ebenso zu tun, mit Studium oder Ausbildung. Und ich saß hier alleine und wusste nicht wohin mit meiner ganzen freien Zeit. Ab ins nächste tiefe Loch. Das war wirklich schlimm eine zeitlang, ich wusste nicht mal wo für es sich lohnt aus dem Bett aufzustehen, ich machte ja eh nichts wichtiges. Die Traurigkeit gesellte sich wieder zu mir. Wie ein ständiger Begleiter. Das bekam aber keiner mit.
Am Ende des Monats rettete mich wieder twenty one pilots, denn es gab eine App für Fans. Dort fand ich zufälligerweise 3 Leute, mit denen ich mich auf Anhieb verstand. Eine sogar aus Deutschland. Ich hatte wieder halbwegs Beschäftigung, wenn nicht im echten Leben, dann wenigstens Leute aus dem Internet, die mich verstanden. Ich erzählte alles, was mich so belastet, was passiert ist, sie erzählten ihre Geschichten und ich fühlte mich so verstanden und das von eigentlich Fremden. Aber mir half es. Ich fühlte mich besser.
Am Ende des Monats war sogar Martinimarkt hier, wo wir uns auch alle verabredeten. Ein Geburtstag stand auch noch an. Es geht wohl bergauf.

 

 

November - So langsam wirds

 

Und gleich am 2. des Monats stand mein twenty one pilots Konzert an. Ich war um 11 Uhr früh da um auch vorne zu stehen. Die Band die mich in meiner schweren Zeit mit gerettet hatte, denen möchte ich auch in die Augen sehen während des Konzertes. Und wie ich schon einmal gesagt hatte, die Fans sind die besten. Fast 8 Stunden warten war anstrengend, aber nicht schlimm, denn ich hatte die coolsten und nettesten Leute um mich herum. Ich kann gar nicht beschreiben wie unglaublich wundervoll all diese Menschen waren, da jeder seine eigene Geschichte hat, was jeder weiß und sind alle nett zueinander. Dann ging es los, Pascal kam auch noch irgendwann hinzu und es war das beste Konzert auf dem ich je war. Ich konnte Tyler, den Sänger hochhalten, Josh, den Drummer ebenso und fühlte mich aufgehoben in der Masse der Menschen, die, wie ich, sich durch die Musik aufgehoben fühlten. Vor dem letzten Lied, hielt Tyler seine Rede, die berührte mich so sehr, in Verbindung mit dem letzten Lied, dass ich anfing zu weinen. Ich weinte das ganze Jahr aus mir heraus. Ich umarmte mich zum Schluss noch mit einer, mit der ich draußen gewartet hatte und das wars.
Nicht ganz, denn diese Menschen aus dem Internet, die Eine, die ich dank der Band kennen lernen durfte, die kam nach Berlin. Die die mir geholfen hat aus dem Loch rauszukommen. Sie war nicht länger, die Person aus dem Internet! Ein wunderschöner Tag war das. Wir ließen uns ein Tattoo stechen, mein 2. Tattoo insgesamt und es war noch mal twenty one pilots bezogen. Nach dem Konzert konnte ich nicht anders.
Es wurden mehr Menschen auf meine Website aufmerksam! Ich fotografierte mehr Kunden, traf mich mit Kunden. Endlich! So hatte ich es mir vorgestellt! Es schien wohl wirklich besser zu laufen, endlich. Bis auf meine Zahnarzt Termine, ich musste durch eine Weisheitszahn OP durch, ich hatte so viel Schiss! Es ging letztendlich aber, war nur nervig alles ziemlich. Aber insgesamt kein schlechter Monat.

 

 

 

 

Dezember - Was kommt wohl noch?

 

Ich liebe die Weihnachtsstimmung, vorallem wenn man diese mit einem Babybauchshooting beginnt! Ja es bleibt gut, was die Fotografie angeht! Meine Freunde hatten auch wieder mehr Zeit. Wir klärten Streitereien, wir backten Plätzchen, wir waren im Kino und Pascal hat auch Zeit, ich besuchte ihn auch in seiner WG in Berlin. Kein schlechter Monat. Wäre da nicht Weihnachten. Eigentlich liebe ich Weihnachten, aber mit dem Hintergrund von dem Jahr, war dieses Weihnachten nicht das angenehmste und war für mich nur anstrengend. Ich war froh, als es vorbei war. Schade eigentlich. Aber nun steht Silvester in den Startlöchern mit meinen Freunden und ich denke das kann nur gut werden. Mit all meinen liebsten Menschen in das Jahr 2017 starten, kann gar nicht schief gehen. Es hat letztes Jahr einfach gefehlt.

 

 

 

Was sagt mir also das Jahr 2016? Man sollte seinen Traum verfolgen und das machen, was einen glücklich macht. Das war schon immer meine Devise, aber dieses Jahr habe ich das auch so vollzogen. Ich habe anstatt mich zu etwas zwingen zu lassen, es gelassen und habe meine Konsequenzen daraus gezogen, ich weiß bis heute nicht, ob es das Richtige war, aber ich hoffe irgendwann kann ich das noch sagen. Ich weiß nur, ich mache nicht etwas was mich unglücklich macht, was einfach zu viele in meinem Umkreis machen und das kann ich nicht. Darauf kann ich zurückblicken in diesem Jahr und sagen, dass ich darauf stolz sein kann. Irgendwann finde ich schon noch den richtigen Weg. Jeder findet seinen Weg, davon bin ich überzeugt.
Ich habe gelernt, dass Reisen frei macht und wunderbar ist und ich auf jeden Fall öfter reisen sollte, nach Neuseeland gabs nicht mehr so viel. Lag aber auch am Geld. Nehme ich mir aber für 2017 dann vor. Reisen und Fotografieren sind meine großen Sachen im Leben und denen möchte ich mich viel widmen.
Und glaubt mir, Freunde sind wichtig, so sehr wichtig im Leben, zumindest die Richtigen, ohne die hätte ich das Jahr wahrscheinlich nicht ausgehalten, muss man schon sagen. Ist halt wirklich die Familie, die man sich aussuchen kann. Selbst Bekanntschaften können viel ausmachen und einen verändern, jede Person hat irgendwie Einfluss auf uns im Leben.
Ich will in meine Bilder mehr Emotionen reinbringen. Gerade beim Reisen will ich mehr fotografieren und zeigen wie ich in dem Moment gefühlt habe.
Danke an alle, die ich 2016 gesehen, gesprochen, getroffen habe. Jeder hat mein Jahr einzigartig gemacht.

2 Kommentare

  • Chris Kommentar-Link
    Chris
    Wednesday, 01 February 2017
    Wir finden richtig gut, dass Du versuchst, Deine Träume zu leben. Wenn nicht jetzt wann dann? Noch hast Du keine großen finanziellen Lasten vor Dir herzutragen und kannst so die Sache mit Fokus anschieben. Und beim Ausprobieren wirst Du jeden Tag neue Dinge lernen, neue Leute kennenlernen und den Horizont so beständig erweitern. Das bildet fort.

    Wir haben uns vor 6 Jahren schon mitten im Berufs- und Familienleben dazu entschieden unsere Leidenschaft Fotografie auch beruflich gemeinsam umzusetzen. Einfach weil ein kleines Start-up toll ist, man niemandem außer sich selbst Rechenschaft schuldig ist und weil Hochzeits- und Lifestyle-/Portraitfotografie so viel Spaß macht.

    Also: go for it - wir wünschen Dir viel Erfolg und Spaß dabei!

    LG Silke & Chris
  • Maggie Kommentar-Link
    Maggie
    Thursday, 12 January 2017
    Toller Blog, man fiebert richtig mit dir mit. Ich bin gespannt, wie es für dich in 2017 weitergeht! LG Maggie

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