Minimalistisches Leben?

Ich sehe es immer mehr und mehr, ob auf Instagram oder Youtube oder Blogs, der Trend geht seit Jahren schon in die Richtung des minimalistischen Lebens. Also einfach mit so wenig Sachen wie möglich leben. Ja, vielleicht komme ich damit ein wenig spät, aber ich will jetzt dazu etwas sagen. Ich bin immer ganz erstaunt, wie MoinYamina auf Youtube das zum Beispiel perfekt vorführt. Wie einfach es doch scheint. Und immer denke ich, ist das möglich? Wird man so glücklich? Und letztendlich ging mir ein Licht auf, ich lebte so minimalistisch wie überhaupt in Neuseeland. Das war mir gar nicht wirklich bewusst bis vor ein paar Wochen. Dieser Lebensstil ging aber auch nicht anders, wenn man in einem Auto lebt.

 

 

Wir haben zu 2. für 5 Monate in einem Auto gelebt. Alles Wichtige was wir hatten, war mit uns und wir brauchten nicht viel. Als ich damals meinen Rucksack gepackt hatte, hatte ich kurze Zweifel, da soll mein Leben für die nächsten 5 Monate drin sein? Und doch gibt es sogar Leute die Monate nur mit ihrem Handgepäck reisen. Und sie sind glücklich, was ich verstehen kann. Es lenkt einen nichts ab, man hat nur das, was man braucht, man ist nicht im Übermaß von so vielen Dingen, dass man vielleicht sogar gar nicht realisiert WIE viel man eigentlich besitzt. Es wirkt einfach befreiend. Das hört sich so sehr nach Klischee an, aber es stimmt einfach. Nun war ich aber damals auf Reisen und hatte jeden Tag, also fast jeden Tag, etwas zu tun und Aufregendes vor mir und Freunde, mit denen man sich beschäftigen und reden konnte. Wir waren richtig altmodisch, aßen jede Mahlzeit zusammen und spielten Karten, die Handys lagen irgendwo im Auto. So richtig 90'er. Nun kam ich also nach 5 Monaten nach Hause, nachdem ich so minimalistisch gelebt habe, sogar ohne Strom und Wlan und fließendes Wasser (was doch ein bisschen zu viel des Guten manchmal war haha!) und stand vor einem Überfluss an Dingen. Mein Zimmer war so, wie ich es verlassen hatte, natürlich. Und ich hatte einfach so viele Sachen. Das ist mir vorher nie bewusst gewesen, aber ich war am Anfang richtig überfordert, wieder so viel Zeug zu haben.

 

 

Ich habe bis heute zum Beispiel nicht meine Playstation 3 angefasst, dementsprechend auch keine der Spiele. Viele meiner Bücher sehen auch natürlich schön aus, aber mehrmals durchlesen? Ich weiß nicht, ob ich das Mal tun werde. Gitarre spiele ich wahrscheinlich auch nur ein Mal im Jahr. Trotzdem kann ich mich nicht trennen, weil alle Sachen doch Geschichten erzählen UND ich immer denke, was ist, wenn ich irgendwann Lust bekomme, die Sachen zu benutzen? Und dann vermisse ich sie doch und dann ärgere ich mich. Dabei wird das so selten passieren und das Geld könnte ich für wirklich brauchbare Anschaffungen verwenden, oder für Reisen ausgeben. Vielleicht raffe ich mich irgendwann mal auf und haue alles weg, was ich nicht brauche. Trotzdem merke ich, wie mich das Leben in Neuseeland doch beeinflusst hat, denn ich denke über meine Kaufentscheidungen immer zwei Mal nach - brauche ich das ganz wirklich? Benutze ich das noch in ein paar Monaten? Oder ich gebe mein Geld noch mehr eher für Ereignisse als für materielle Dinge aus, wenn sich Freunde oder Bekannte immer große materielle Anschaffungen holen, die sich eigentlich nicht bräuchten, sondern weil es halt cool ist, schüttle ich innerlich stark meinen Kopf.
Insgesamt habe ich also einen großen Respekt an Leute, die das minimalistische Leben wirklich durchziehen und machen. Es ist befreiend und man kann sich auf die wichtigen Dinge konzentrieren und es sieht sowieso viel schöner aus, als eine zugeräumte Wohnung, mal davon abgesehen. Wie steht ihr zum Minimalismus Trend? Ist das doch nur wieder eine Frage der Zeit, bis das Gegenteil Trend wird? Oder ist es sinnvoll?

 

8 Kommentare

  • Oliver Kommentar-Link
    Oliver
    Wednesday, 31 May 2017
    Danke für Deinen anregenden Artikel, Caroline!

    Mich fasziniert Minimalismus auch - allerdings schaffe ich es nicht es komplett umzusetzen bzw. sehe es in mancher Hinsicht auch nicht ein. Ich finde aber den Denkanstoß wichtig, zu überlegen, was brauche ich wirklich. Ein guter Tipp eines Freundes, den ich seit einiger Zeit praktiziere: Wenn Du den Impuls hast, Dir etwas zu kaufen, schreibe es erstmal auf eine Liste. Wenn Du dann nach 1 Woche immer noch überzeugt bist, dass diese Sache brauchst, dann kaufe sie Dir. Das zu praktizieren, hat mein Konsumverhalten verändert :-)
  • Michael Kommentar-Link
    Michael
    Sunday, 30 April 2017
    Hi Caroline,

    Du sprichst mir aus der Seele.

    Ich bin mittlerweile auch ein Fan von einem minimalistischem Leben geworden. Es ist zwar nicht immer einfach, weil manche Dinge dann doch mit schönen Erinnerungen behaftet sind. Aber wenn man ehrlich ist, gibt es so viele Sachen die man einfach zu selten oder gar nicht nutzt. Außerdem finde ich es ordentlicher, wenn nicht so viel rumsteht. Meist versuche ich die „1-Jahres-Regel“ – wenn z.B. ein Kleidungsstück innerhalb eines Jahres nicht getragen wurde, wird es ausgemistet. Klappt nicht immer, aber man probiert es :)

    Viele Grüße
    Michael
  • Caroline Kommentar-Link
    Caroline
    Wednesday, 01 March 2017
    @Tina
    Ja so geht es mir genauso, ich denke immer ich möchte, aber irgendwie hängt da doch immer eine Erinnerung dran und die Überwindung ist doch größer! Gut, dass ich dir einen Denkanstoß geben konnte :D
  • Caroline Kommentar-Link
    Caroline
    Wednesday, 01 March 2017
    @Sihr
    Ja das war wirklich nicht ganz einfach manchmal, aber wenn man zurückblickt erinnert man sich eh meist an die schönen Momente, mehr als an die negativen :)
    Wahre Worte! Und vielen Dank!
  • Tina K. Kommentar-Link
    Tina K.
    Wednesday, 01 March 2017
    Hallo,
    tolle und interessante Gedanken. Ich selbst bin auch ein großer Fan von einem minimalistischem Leben. Nur leider scheitert es bei mir dann an der Umsetzung. Es liest sich alles immer recht einfach, aber mir persönlich fällt es dann doch schwer mich von Materielem zu trennen.
    Aber dein Artikel hat mir wieder einen kleinen Denkanstoss gegeben. Danke dafür.

    Grüße
    Tina
  • Sihr Kommentar-Link
    Sihr
    Monday, 27 February 2017
    Hallo Caroline,

    Ein schöner Beitrag, danke. Ich muss sagen, es beeindruckt mich zutiefst, dass du in Neuseeland 5 Wochen aus dem Auto gelebt hast, das hätte ich auch gerne erlebt. Allerdings denke, es ist wirklich keine Magie ein etwas einfacheres Leben zu führen und wir können so viel mehr gewinnen, als wir aufgeben. Das sage ich ganz ohne Kristallkugel oder I-Phone und die wachsende Slow Food Bewegung ist sicher ein Beispiel.

    Deine Fotos beeindrucken mich, mach weiter so.

    Lg,
    Sihr
  • Caroline Kommentar-Link
    Caroline
    Thursday, 23 February 2017
    Hallo Tabea! Ich freue mich übrigens jedes Mal über deine Kommentare :D

    Genau das ist es! Gerade wenn man reist, braucht man oft gar nicht so viel wie man denkt! Ich werde jetzt auch für 2 Wochen verreisen und versuche dies nur mit meinem Handgepäck. Das wird spannend. Normalerweise würde ich einen riesigen Koffer dafür nehmen, aber Ryanair eben :D
    Und das hoffe ich auch, dass mehr Leute in die Richtung des Minimalismus gehen! Und vielen Dank für das Kompliment :)
  • Tabea Kommentar-Link
    Tabea
    Tuesday, 21 February 2017
    Minimalismus begegnet mir auch immer öfter - und seit letztem Sommer begrüße ich auch selbst diese Lebenseinstellung total und gehe Schritt für Schritt in diese Richtung.

    Gerade auf Reisen wird mir auch oft bewusst, dass ich kaum was brauche - oder auch, wenn ich am Wochenende zu Mama fahre und nur Unterwäsche, Laptop, Ladekabel und das Handy mitnehme (und im Semester einen Ordner zum Lernen).

    Mein Einkaufsverhalten ist auch eher zurückhaltend - so wie deins. Und ein Erlebnis wird immer vorgezogen - vor allem vor Klamotten und sowas! Nur Kameratechnik hat es mir gerade angetan... aber allein schon wegen der Umwelt hoffe ich, dass Minimalismus Trend bleibt und das Gegenteil, den Konsum, langfristig verdrängt!!!
    Übrigens: Die Fotos sind sehr hübsch und wirken so schön natürlich :)

    Liebe Grüße

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